Vorsorge im alten China
Roman Steiner – Skarab Therapie und Coaching

Roman Steiner

Veröffentlicht: 3 Sep, 2021

Der Leibarzt des Königs am Hof im alten China behielt seinen Posten nur so lange, wie der König gesund war. Sobald er erkrankte, wurde der Arzt unehrenhaft entlassen.

Diese starke Bekenntnis zur Vorsorge drückt sich auch im chinesischen Sprichwort aus: „Klug ist, wer einen Brunnen gräbt, bevor er Durst hat“.

Sie steht in radikalem Gegensatz zur gegenwärtigen Medizinpraxis hierzulande, wo von Ärzten erwartet wird, Patienten zu „reparieren“, wenn irgendwas nicht mehr richtig funktioniert.

Weit entfernt von Breitbandmaßnahmen wie dem Impfen, baute diese Haltung auf ein differenziertes Wissen um den Menschen und die Bereitschaft auf, genau hin zu schauen, was jeder Einzelne braucht, um ein gesundes, glückliches und erfülltes Leben zu führen.

Dahinter stand ein Gefühl von persönlicher Verantwortung eines Jeden, das kostbare Gut seiner Gesundheit bis ins hohe Alter zu bewahren, um seinen Lebensauftrag („Ming“) zu verwirklichen.

Die Traditionelle Chinesische Medizin kannte und kennt medizinische Präparate, wie heilsame Tees oder Dekokte, ihre wahre Stärke aber liegt in einer vorausschauenden Lebenshygiene, angepasst an die jeweilige Konstitution, die Lebensbedingungen (Klima, soziale Umstände, Wohnen…) und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen ein Mensch lebt.

Schon vor tausenden von Jahren umfasste sie deshalb, neben Kräuterbehandlung und Akupunktur, eine individuell differenzierte Ernährungsweise, Heilgymnastik (Qi Gong, Tai Qi…), und einfache Techniken der Selbstbehandlung, wie Akupressur oder Selbstmassagen.

Ziel war und ist, es zur Krankheit gar nicht erst kommen zu lassen, sondern aufmerksam zu sein gegenüber den Verstimmungen, die sich im Alltag mit so unscheinbaren Symptomen zeigen wie Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Schlafproblemen oder seelischer Schieflage wie Sorgen und Ängsten.

Wenn wir diese Anzeichen ernst nehmen und unsere Lebenshygiene rechtzeitig auf sie anpassen,
so der zugrundeliegende Gedanke, dann brauchen wir nicht zu erkranken, dann braucht der Körper keine starken Geschütze, um auf ein Ungleichgewicht aufmerksam zu machen.

Falls wir doch krank werden, kann die Krankheit viel milder verlaufen und die Erholungsphasen dürfen viel kürzer ausfallen.

Ein weiterer Vorteil solch einer vorausschauenden Behandlung besteht darin, dass wir uns mit jeder Maßnahme, die wir umsetzen, bevor wir im engeren Sinne krank sind, besser kennen und einschätzen lernen, sowie konstitutionell stärken.

Das heißt, eine vorbeugende Maßnahme setzt immer auch mehr Lebenskraft frei, begünstigt mehr Freude und Zufriedenheit, hebt die Genussfähigkeit, auch wenn sie im ersten Augenblick mit Einschränkungen oder Umstellungen verbunden sein kann, und steigert so die Lebensqualität nachhaltig.

Maßnahmen der Vorsorge können den Lebenswandel betreffen, oder das Sozialverhalten.

Die Ernährung wird – im Rahmen des Zumutbaren – auf sie angepasst, Übungs- oder Massagesequenzen werden immer so einfach sein, dass sie nach einer kurzen Anleitung in wenigen Minuten über den Tag alleine ausgeführt werden können.

Immer werden sie mit der betroffenen Person abgestimmt, so dass sie ihren Alltag nicht unnötig belasten, sondern zu einer angenehmen, lustvollen Aktivität werden, einer Insel der Erholung.

Sollte ein Ungleichgewicht schon fortgeschritten sein, so können vorübergehend zusätzlich Kräutertees oder naturheilkundliche Präparate zum Einsatz kommen, die sanfte Impulse im Körper oder der Psyche bewirken, vor allem aber frei von Nebenwirkungen sind.

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